PAK - Polycyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe

Schadstoffe im Gebäude

Die „Hinweise für die Bewertung und Maßnahmen zur Verminderung der PAK-Belastung durch Parkettböden mit Teerklebstoffen in Gebäuden“ enthalten einen Leitfaden für die Bewertung von PAK (Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe), die in Teerklebstoffen von Parkettböden/ Fußböden eingesetzt werden bzw. wurden. Außerdem beschreibt dieser, wie die PAK-Belastung in Gebäuden, in denen solche Parkettböden/ Fußböden verlegt wurden, durch Renovierungen vermindert werden kann.

Für Mensch und Umweltorganismen sind PAK eine besorgniserregende Stoffgruppe. Viele PAK haben krebserregende, erbgutverändernde und/ oder fortpflanzungsgefährdende Eigenschaften. Einige PAK sind gleichzeitig persistent und giftig (toxisch) für Menschen und andere Organismen. Persistent heißt, dass die Stoffe sehr lange in der Umwelt verbleiben und dort kaum abgebaut werden.

PAK binden an Staub- oder Rußpartikel und gelangen so auch in die Atmosphäre. Dort können sie wegen ihrer Langlebigkeit über weite Strecken transportiert werden.

Um den PAK-Gehalt von Produkten zu bestimmen werden im Tenor die Summen dieser 16 Verbindungen gemessen. Benzo[a]pyren dient dabei als Leitsubstanz, d. h. es wird stellvertretend für alle anderen PAK betrachtet.

Da PAK auf Organismen wie Pilze giftig wirken, werden PAK auch als Wirkstoffe in Holzschutzmitteln verwendet. Besonders weit verbreitet ist dabei Kreosot, das aus Kohlenteer gewonnen wird. Als Holzschutzmittel wirkt es giftig auf Holzschädlinge; zudem verhindert es ein Austrocknen des Holzes.

PAK sind natürlicher Bestandteil von Kohle und Erdöl und bilden eine Stoffgruppe von organischen Verbindungen, die aus mindestens zwei verbundenen aromatischen Ringsystemen bestehen, die stets in einer Ebene liegen.

Weitere Vorkommen bei z.B. Massivparkette, insbesondere Mosaik-, Hochkantlamellen- und Stabparkette, aber auch Holzpflaster, die mit teer- oder bitumenhaltigen Klebern verklebt bzw. mit teer-/ bitumenhaltigen Systemen verarbeitet wurden, diese Kleber/ Systeme sind meist mit PAK belastet. Wegen ihrer Persistenz, ihrer Toxizität und ihrer ubiquitären Verbreitung haben PAK eine große Bedeutung als Schadstoffe in der Umwelt.

Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) entstehen also als Nebenprodukte bei der unvollständigen Verbrennung von organischem Material wie Holz, Kohle oder Erdöl sowie beim starken Erhitzen dieser Materialien unter Luftausschluss.

Bis über die 1950er Jahre hinaus wurden außerdem Parkettböden mit Teerklebstoffen (mit bis zu 8000 mg Benzo[a]pyren pro Kilogramm) verklebt. Dies hat erhöhte Innenraumbelastungen zur Folge. Dort, wo solche schadstoffbelasteten Parkettböden noch vorhanden sind, müssen die Gebäude saniert werden.

Autor dieses Fachbeitrages ist der Sachverständige Michael Grein.